Sunday, September 6, 2009

2. Auckland - Tag

Naja, bevor ich etwas zum 2. Tag schreiben kann, sollte ich wohl etwas zur ersten Nacht vom Besten geben. Also, ja, wir haben geschlafen. Intervallmäßig. Drei Stunden – kurz wach – 1 Stunde – wieder wach. Um vier der Gang auf`s Klo – das ich übrigens noch nicht mal halb so schlimm finde, wie von Nicole zu erst behauptet. Und um halb sechs geht nichts mehr, ich muss aufstehen. Nicole hat eine fürchterliche Nacht mit noch weniger Schlaf hinter sich, ihr Rücken scheint sich zu verabschieden – nur fürchterliche Schmerzen. Da muss eine andere Lösung her. Aber erstmal stehen wir auf. Wir beide sind um 6 Uhr fertig angezogen und abmarschbereit. Eine schöne Erfahrung! Es ist noch dunkel, es ist kalt. Ein klarer Morgen… Irgendwie wunderschön – könnte nur wärmer sein . Der Nachtportier erklärt mir den Weg zu einem großen Supermarkt in der Nähe. Während er an einer Stelle nach rechts zeigt, sagt er: „You have to go left.“ Okay… alles klar…??? Er sagt aber auch, dass dieser Markt sehr bekannt und wir jeden jederzeit fragen könnten. Das ist doch auch was. So machen wir uns auf den Weg, die Queen Street herunter. Es sind wenige Menschen nur mit uns unterwegs und so entdecken wir eine etwas andere Straße als gestern. Es bleibt mehr Raum zum gucken, staunen, stehen bleiben. Mir fallen die unterschiedlichen Häuser auf und ich brauche unbedingt und jetzt sofort gleich einen Kaffee!!! Bei Burger King – open 24 hours – bekomme ich ihn. Haaa, köstlich! Kurz vor dem Ende der Queen Street in der Nähe des Hafens ist der Britomat. Kennt ihr nicht? Kannte ich bis dahin auch nicht. Es ist der Platz des Bus- und Zugbahnhofes. Wirklich groß und wirklich schön gestaltet. Völlig integriert in die vorhanden Straßenzüge, mit Glashaltestellen, viel Licht, freundlichen Farben – er macht einen viel angenehmeren Eindruck als jeder andere ZOB, den ich bisher in meinem Leben in D. gesehen habe. Hier frage ich Jemanden erneut nach dem Supermarkt und tatsächlich, wir sind richtig. Er deutet nach rechts und sagt auch rechts. Super, scheint also zu stimmen. Und obwohl es so früh am Morgen ist und er sichtlich auf dem Weg zur Arbeit oder so ist, ist er sehr freundlich, nicht genervt – eine sehr positive Erfahrung! Wir gehen also weiter und halten uns rechts. Am Güterhafen vorbei stoßen wir bald darauf auf „Foodtown“. Es hat 24/7 geöffnet. Soll heißen: 24 Stunden an jedem Wochentag. Für mich als Kundin natürlich sehr schön. Der Laden ist groß aber übersichtlich und es sind wenig Menschen hier. Wir nehmen uns einen Wagen und bestaunen die große und sehr saubere Obst- und Gemüseabteilung. Beschauen uns die uns unbekannten Waren und sind begeistert. Auch preislich bewegt sich alles in einem angemessenen bis günstigen Rahmen. Wir sind doch etwas überrascht – bisher wurde uns Auckland und Neuseeland überhaupt immer als recht teuer dargestellt. Das empfinde ich bisher noch nicht so. Wir schlendern recht lange durch den Markt und treffen irgendwann auch eine Auswahl. An der Kasse werden alle unsere Einkäufe in Plastiktüten gepackt – das ist hier so üblich. Wir suchen uns eine ruhige Ecke und verzehren dort unsere ersten Einkäufe. Nicole stellt erstaunt fest, dass sie wohl einen Megahunger hatte – sie futtert fast ein ganzes Brot (Kastenweißbrot mit Käse überbacken und Schinkenstücken dabei) weg. Und endlich geht es ihr besser!!! Kopfschmerzen und Übelkeit sind weg. Das Schwindelgefühl ist zwar noch da – aber wesentlich geringer als vorher. Die Brötchen sind lecker und als die Bäuche gefüllt sind, fühlen wir uns gestärkt genug um den Rückweg anzutreten. Wir gehen gut bepackt zurück zum Hostel.

Auf dem Rückweg gehen wir an einigen anderen Hostels vorbei. Wir überlegen öfter, ob wir das Establishment wechseln wollen. Aber allein der Gedanke daran, die schweren Taschen irgendwo hin schleppen zu müssen, hält uns davon ab. Außerdem wollen wir im Hostel nach einem anderen Zimmer fragen – eventuell werden wir dann innerhalb umziehen, ansonsten haben wir beschlossen zu bleiben. Das Hostel ist – im Gegensatz zum ersten Eindruck – völlig okay. Auch preislich. Wir waren gestern wirklich völlig von der Rolle! Heute sieht alles schon ein wenig besser aus.

Wieder im Hostel schauen wir uns ein anderes Zimmer mit eigener Toilette und Dusche an. Wir beschließen in unserem alten Zimmer zu bleiben – dieser Wechsel wäre keine wirkliche Verbesserung. Für später nehmen wir uns vor, eine Luftmatratze zu kaufen. Darauf kann Nicole auf alle Fälle besser schlafen. Nicole regelt unsere Bezahlung – wir können jeden Tag erst mal neu verlängern und dann macht sie auch noch einen Rabatt für uns klar! Super! Ich weiß, warum ich Nicole für den Posten des Finanzministers in unserer kleinen Republik vorgeschlagen und verpflichtet habe! Nun verstauen wir den Rest unserer Einkäufe im Zimmer und stiefeln gleich wieder los. Dies mal gehen wir nicht die Queen Street runter sondern rauf. Gleich nach rechts laufen wir wieder an den gleichen Läden wie gestern vorbei – und gönnen uns auch noch mal Fish & Chips vom gleichen Laden. War ja schließlich lecker gestern . Dabei besprechen wir noch mal den Wohnmobilkauf. Nicole hat noch einen Wagen mit abnehmbaren Camper entdeckt, der in unser Budget passt. Sie bittet mich, dort anzurufen. Mir geht`s bei der Vorstellung überhaupt nicht gut, ich fühle mich überhaupt nicht sicher… Aber es gibt keine wirkliche Alternative. Nur noch nicht sofort und gleich – ich darf mir Zeit lassen. Inzwischen hat Doro angerufen. Sie haben einen Mechaniker beauftragt, einen Wagen, der uns interessiert, checken zu lassen. Nun müssen wir noch bis frühen Abend warten, dann wird wohl das Ergebnis vorliegen. Okay… Damit ich es hinter mir habe, rufe ich bei dem Besitzer des Wagens an, den Nicole rausgesucht hat. Je länger ich mit ihm an der vielbefahrenen und lauten Straße spreche, um so weniger verstehe ich. Sowohl akustisch als auch inhaltlich. Schließlich sage ich ihm, dass ich mich später noch mal melde und entschluldige mich für mein schlechtes Englisch. Ich fühle mich saubesch… und bin überhaupt nicht glücklich. Ich entscheide mich dafür, auch darüber noch mit Doro zu sprechen. Falls das mit dem einen Wagen nicht klappt, vielleicht ruft sie dann diesen Besitzer noch für mich an und kann klären, wann wir ihn angucken können. Damit geht es mir besser. Wir schlendern die Straße weiter entlang und entdecken einen Sport-Shop. Rein geht’s. Nicole entdeckt für supergünstig Catsuits … ähm… soll natürlich Wet-Suits heißen. Für´s kältere Gewässer – wir wollen ja auch noch Kanu fahren und sollten wir dann ins Wasser fallen, erfrieren wir wenigstens nicht sofort! Ansonsten können wir auch bei Temperaturen ins Wasser gehen, bei denen wir sonst eher nicht gehen würden. Zumindest braucht Nicole so was. Ich will eigentlich nicht, lasse mich aber überreden bzw. überzeugen, dass ich doch mal einen anprobieren soll. Habt ihr schon mal so ein Teil angehabt? Ich meine, man sieht darin doch nur wohlproportionierte, durchtrainierte Sportler- und Sportlerinnenkörper. Mein Körper passt nun eher weniger in diese Kategorie und ich stelle mir mich darin vor. Fürchterliche Vorstellung!!! Diese Schwimm-Suits sind aus dickerem Material, liegen hauteng an und haben hinten einen Reißverschluss der mit einem langen Band versehen ist, damit man ihn ohne Probleme zu machen kann. Ich quäle mich also in so ein Teil und bin erstaunt, dass ich doch nicht ganz so leberwurstmäßig aussehe. Also kaufen wir zwei davon – einer Nicole einer Lili. Dann wird auch noch die Luftmatratze gefunden. Da es aber zwei weitere Läden auf der Queen Street mit einem ähnlichen Angebot gibt, lassen wir die Sachen zurück legen und machen uns wieder auf den Weg. Bergab, Seitenstraßen entlang und landen in der uns inzwischen gut bekannten Gegend. Beide Läden finden wir auf Anhieb. Allerdings finden wir dort nichts was auch nur annähernd in Frage kommt, geschweige denn preismäßig in Ordnung geht. Also wieder zurück. Diesmal entsprechend bergauf – meine Güte, ist das ein Anstieg! Und hier joggen Leute regelmäßig auf und ab, fahren Fahrrad berauf, bergab… Letzeres wäre ja auch für mich vorstellbar, allerdings nur ausschließlich letzteres!!! Wir ächzen uns einen ab… Endlich oben angekommen! Alles noch am Leben! Und absolut verschwitzt… Nun liegt noch eine etwas längere Strecke vor uns, bis wir wieder bei dem ersten Sportladen sind. Dort angekommen klingelt das Handy. Doro. Der Check hat so schlimme Macken offenbart, dass ein Kauf dieses Wagens absoluter Schwachsinn für uns wäre. Also der Andere. Den Link hatte ich ihr schon geschickt und sie will sich darum kümmern. *freu*. Nun wird also der Einkauf abgeschlossen und wir erhalten chicke große rote Stofftaschen, in die wir unsere Eroberungen packen können. Neben den Suits haben wir schon leichte Decken und Kopfkissen gesammelt , die sich jetzt einfach problemloser transportieren lassen. Unser Zimmer füllt sich mit Einkäufen – wir brauchen einfach ein Auto! Dieses ganze Zeug irgendwie noch mal so zu transportieren ist echt ein Ding der Unmöglichkeit geworden. Doro hat auch noch mal angerufen, wir können uns morgen abend um halb sechs den Wagen und den Camper ansehen. Auch die Wegbeschreibung haben wir jetzt. Morgen werden wir schauen, wie wir dahin kommen. Für heute reichts uns jedenfalls erstmal. Wir sind allein heute den halben Weg von D nach NZ gelaufen – so kommt es uns jedenfalls vor und somit entsprechend k.o. Und hoffen, diese Nacht endlich schlafen zu können. Guter Dinge sind wir jedenfalls.

[Via http://neusehland.wordpress.com]

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